Kurz erklärt

Zimt ist die getrocknete innere Rinde des Zimtbaums, die sich beim Trocknen zu Stangen einrollt. Gehandelt werden vor allem zwei Sorten: der milde, teure Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) aus Sri Lanka und der kräftigere, günstigere Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) aus China und Indonesien. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Geschmack, sondern im Cumaringehalt.

Botanisch
Cinnamomum verum · C. cassia
Pflanzenteil
Innere Rinde
Herkunft
Sri Lanka · China · Indonesien
Geschmack
Warm, süßlich, holzig
Schärfe
Keine
Handelsform
Stange · gemahlen
Hauptaroma
Zimtaldehyd
Saison
Ganzjährig, Hoch Nov–Jan

Ceylon oder Cassia? Der Unterschied auf einen Blick

„Zimt” ist keine geschützte Bezeichnung. Was in Deutschland als Zimt im Regal steht, ist meistens Cassia – er ist deutlich günstiger im Einkauf. Ceylon-Zimt wird dagegen als „echter Zimt” gehandelt. Wer den Unterschied kennt, kauft bewusster.

Merkmal Ceylon-Zimt Cassia-Zimt
Botanischer Name Cinnamomum verum Cinnamomum cassia
Hauptanbau Sri Lanka, Südindien China, Indonesien, Vietnam
Stange Viele hauchdünne Schichten, zigarrenförmig, brüchig Eine dicke, harte Rindenschicht, hohl eingerollt
Farbe Hellbraun bis ockerfarben Rotbraun bis dunkelbraun
Geschmack Mild, fein, blumig-süß Kräftig, würzig, leicht scharf
Cumarin Nur Spuren Grob das Hundert- bis Tausendfache
Preis Deutlich höher Günstig, Standard im Handel
Am besten für Täglicher Gebrauch, feines Gebäck, Desserts Gewürzmischungen, Glühwein, Schmorgerichte

Woran du Ceylon-Zimt sofort erkennst

Am zuverlässigsten an der Stange: Ceylon besteht aus vielen papierdünnen Rindenlagen, die ineinander gerollt sind – im Querschnitt sieht das aus wie eine kleine Zigarre. Die Stange lässt sich mit dem Messer schneiden und zwischen den Fingern zerbröseln. Cassia besteht dagegen aus einer einzigen dicken, harten Rindenschicht, die sich hohl einrollt und im Mörser deutlich mehr Kraft verlangt.

Bei gemahlenem Zimt ist die Sorte optisch nicht mehr sicher zu unterscheiden. Hier hilft nur die Deklaration: Steht „Ceylon” oder „Cinnamomum verum” auf der Packung, ist es echter Zimt. Fehlt die Angabe, ist es in aller Regel Cassia.

Wie viel Zimt am Tag ist unbedenklich?

Cassia-Zimt enthält Cumarin, einen natürlichen Aromastoff, der bei empfindlichen Menschen in hohen Mengen die Leber belasten kann. Die EFSA hat dafür einen tolerierbaren täglichen Aufnahmewert (TDI) von 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rechnet das so um:

Körpergewicht TDI Cumarin pro Tag entspricht etwa Cassia-Zimt
15 kg (Kind) 1,5 mg ca. 0,5 g – ein Viertel Teelöffel
60 kg (Erwachsener) 6 mg ca. 2 g – ein knapper Teelöffel
80 kg (Erwachsener) 8 mg ca. 2,7 g – ein guter Teelöffel

Der TDI ist kein Grenzwert, ab dem etwas passiert – er darf gelegentlich überschritten werden. Kritisch wird es erst, wenn über Wochen täglich deutlich mehr aufgenommen wird. Bei Ceylon-Zimt spielt das praktisch keine Rolle, weil er nur Spuren Cumarin enthält.

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Wer besonders aufpassen sollte

Kinder erreichen den TDI durch ihr geringes Körpergewicht schnell – zwei bis drei Zimtsterne aus Cassia können ihn bereits ausschöpfen. Auch wer Zimt dauerhaft in größeren Mengen nimmt, etwa täglich im Porridge, fährt mit Ceylon klar besser.

Was der Gesetzgeber vorschreibt

Für Cumarin in fertigen Lebensmitteln gelten EU-weit Höchstmengen nach der Aromenverordnung (EG) Nr. 1334/2008: 50 mg/kg in traditionellen oder saisonalen Backwaren mit Zimthinweis in der Kennzeichnung, 20 mg/kg in Frühstückscerealien inklusive Müsli, 15 mg/kg in feinen Backwaren und 5 mg/kg in Desserts. Für Zimt als Gewürz selbst gibt es keine Höchstmenge – hier zählt allein, wie viel du davon verwendest.

Wie schmeckt Zimt?

Das Leitaroma ist Zimtaldehyd: warm, süßlich, leicht holzig, mit einem Hauch Nelke. Ceylon wirkt dabei feiner und fast blumig, Cassia direkter und schärfer im Abgang. Zimt bringt keine Schärfe im eigentlichen Sinn mit, erzeugt aber ein wärmendes Mundgefühl – deshalb funktioniert er in Winterküche und Punsch so gut.

Weil Zimt selbst süßlich riecht, verstärkt er wahrgenommene Süße, ohne dass Zucker dazukommt. In herzhaften Gerichten übernimmt er die Gegenrolle: eine kleine Menge in Tomatensauce, Hackfleisch oder Schmorfond gibt Tiefe, ohne als Zimt erkennbar zu sein.

Passt gut zu

  • Apfel
  • Birne
  • Pflaume
  • Orange
  • Vanille
  • Nelke
  • Kardamom
  • Sternanis
  • Ingwer
  • Muskat
  • Honig
  • Schokolade
  • Kaffee
  • Lamm
  • Kürbis
  • Rotwein

Zimt in der Küche: Dosierung und Zeitpunkt

Die häufigsten Fehler beim Kochen mit Zimt sind zu viel und zu früh. Gemahlener Zimt wird bitter, wenn er lange mitkocht oder in heißem Fett geröstet wird. Ganze Stangen dagegen geben ihr Aroma langsam und schonend an Flüssigkeit ab und lassen sich vor dem Servieren wieder herausnehmen.

Anwendung Form Menge Wann zugeben
Glühwein, Punsch Stange 1 je Liter 20–30 Min. ziehen, nicht kochen
Milchreis, Porridge gemahlen ½ TL je Portion Nach dem Garen
Apfelstrudel, Gebäck gemahlen 1–2 TL je Blech In die Füllung, nicht in den Teig
Reis, Pilaw Stange 1 je Topf Mit der Flüssigkeit, vorm Servieren entfernen
Lamm, Schmorgericht Stange 1 je Topf Zum Ansetzen des Fonds
Tomatensauce, Hack gemahlen 1 Msp. je Topf Kurz vor Ende
Kaffee, Kakao gemahlen 1 Prise In den fertigen Becher

Zimt in Gewürzmischungen

Zimt ist in fast jeder großen Gewürzmischung der Welt vertreten: in indischem Garam Masala, in nordafrikanischem Ras el Hanout, im chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver, in Lebkuchengewürz und in Pumpkin Spice. In all diesen Mischungen wird meist Cassia verwendet – weil sein kräftiges Aroma sich gegen Nelke, Sternanis und Ingwer durchsetzt.

Zimt richtig lagern

Zimt verdirbt nicht, er verliert Aroma. Ätherische Öle verflüchtigen sich durch Licht, Wärme und Sauerstoff – gemahlener Zimt deutlich schneller als ganze Stangen, weil die Oberfläche um ein Vielfaches größer ist.

  • Ganze Stangen: dunkel und trocken gelagert 2–3 Jahre aromastark
  • Gemahlen: nach etwa 6–12 Monaten spürbar flacher
  • Nicht über dem Herd aufbewahren – Wärme und Wasserdampf sind die schlimmste Kombination
  • Frischetest: zwischen den Fingern reiben. Riecht es nur noch nach Holz statt nach Zimt, ist das Aroma weg

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Häufige Fragen zu Zimt

Welcher Zimt ist besser, Ceylon oder Cassia?

Das hängt vom Einsatz ab. Ceylon-Zimt ist milder, feiner und enthält nur Spuren Cumarin – die bessere Wahl, wenn du Zimt regelmäßig oder in größeren Mengen verwendest. Cassia-Zimt schmeckt kräftiger und setzt sich in Gewürzmischungen, Glühwein und Schmorgerichten besser durch. Für die Weihnachtsbäckerei mit Kindern ist Ceylon vorzuziehen.

Wie viel Zimt darf man täglich essen?

Maßgeblich ist der TDI für Cumarin von 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Ein Erwachsener mit 60 kg kann danach rund 2 g Cassia-Zimt pro Tag aufnehmen, ohne den Wert zu überschreiten – etwa einen knappen Teelöffel. Bei Ceylon-Zimt ist die Menge praktisch nicht limitierend, weil er kaum Cumarin enthält.

Woran erkenne ich echten Ceylon-Zimt?

An der Stange: Ceylon besteht aus vielen hauchdünnen, ineinander gerollten Rindenschichten und sieht im Querschnitt aus wie eine Zigarre. Er ist hell, brüchig und lässt sich schneiden. Cassia hat eine einzige dicke, dunkle Rindenschicht und ist hart. Bei gemahlenem Zimt hilft nur die Deklaration „Ceylon” oder „Cinnamomum verum” auf der Packung.

Was ist Cumarin und warum steht es in der Kritik?

Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der Cassia-Zimt seinen typischen Duft mitgibt. In hohen Mengen kann er bei empfindlichen Menschen die Leber belasten – reversibel, das heißt der Effekt bildet sich nach dem Absetzen zurück. Deshalb gibt es EU-Höchstmengen für fertige Lebensmittel und einen TDI für die tägliche Aufnahme.

Ist Zimt gesund?

Für Zimt ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen – wir versprechen deshalb keine Wirkung. Was gesichert ist: Zimt liefert in Küchenmengen kaum Nährstoffe, und der relevante gesundheitliche Aspekt ist der Cumaringehalt von Cassia. Wer Zimt täglich verwenden möchte, greift zu Ceylon.

Kann man Zimtstangen mehrfach verwenden?

Ja, einmal. Eine Stange, die 20 Minuten in Glühwein gezogen hat, gibt beim zweiten Mal noch Restaroma ab – danach ist sie erschöpft. Trockne sie zwischendurch ab, sonst schimmelt sie. Gemahlener Zimt lässt sich naturgemäß nicht wiederverwenden.

Warum wird gemahlener Zimt beim Kochen bitter?

Weil die feinen Partikel bei längerer Hitze Gerbstoffe freisetzen und die flüchtigen Aromaöle gleichzeitig verdampfen. Übrig bleibt der bittere Anteil. Gib gemahlenen Zimt deshalb erst gegen Ende zu oder verwende für lange Garzeiten ganze Stangen.

Womit kann ich Zimt ersetzen?

Eine echte Eins-zu-eins-Alternative gibt es nicht. Am nächsten kommen Piment und Muskat für die warme Note, Kardamom für die süßlich-blumige Richtung und Tonkabohne für Desserts. In Mischungen wie Lebkuchengewürz übernimmt oft eine Kombination aus Nelke, Piment und Ingwer.

Weiter im Lexikon: Kurkuma · Schwarzer Pfeffer · Fleur de Sel · Paprika edelsüß

Quellen und Stand

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Cumarin in Zimt und zimthaltigen Lebensmitteln
  • EFSA: Tolerable Daily Intake für Cumarin (0,1 mg/kg Körpergewicht/Tag)
  • Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 über Aromen, Anhang III Teil B – Höchstmengen für Cumarin

Stand: Juli 2026 · Redaktion Löffelgeist Genussmanufaktur. Warenkunde, keine medizinische Beratung.

Häufige Fragen