Rund um die Weihnachtsbäckerei taucht jedes Jahr dieselbe Warnung auf: zu viel Cumarin im Zimt. Dahinter steckt ein echter Aromastoff, der in einer Zimtart reichlich vorkommt und in der anderen kaum. Wir erklären, was Cumarin ist, wo es drinsteckt, wie viel als unbedenklich gilt und wie du deine Aufnahme einfach niedrig hältst.

Die kurze Antwort

Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der vor allem in Cassia-Zimt steckt, dem günstigen Standardzimt. In hohen Mengen kann er bei empfindlichen Menschen die Leber belasten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt einen Richtwert von 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Über normales Würzen wird der kaum erreicht, über viel Cassia beim Backen aber schon. Wer viel Zimt verwendet, greift am besten zu Ceylon, der nur Spuren enthält.

Was ist Cumarin?

Cumarin ist ein natürlicher Pflanzenstoff mit einem warmen, süßlich-heuartigen Duft. Viele kennen den Geruch aus frisch gemähtem Gras oder von Waldmeister. In der Küche spielt Cumarin vor allem eine Rolle, weil es in Zimt vorkommt, genauer gesagt in einer bestimmten Zimtart. Der Stoff ist also kein Zusatz und kein Schadstoff von außen, sondern von Natur aus in der Pflanze enthalten.

In welchen Lebensmitteln steckt Cumarin?

Die mit Abstand wichtigste Quelle im Alltag ist Cassia-Zimt. Daneben kommt Cumarin in einigen anderen Pflanzen vor.

  1. Cassia

    Der günstige Standardzimt aus dem Supermarkt enthält viel Cumarin. Er steckt in vielen Fertigprodukten, Zimtsternen, Zimtschnecken und im Glühwein. Ceylon-Zimt enthält dagegen nur Spuren.Die wichtigste Cumarinquelle im Alltag.

  2. Tonka

    Die Tonkabohne ist besonders reich an Cumarin und verdankt ihm ihr typisches Aroma. Deshalb wird sie ohnehin nur sparsam und fein gerieben verwendet.Sehr cumarinreich, nur fein gerieben verwendet.

  3. Waldmeister

    Auch Waldmeister enthält Cumarin, weshalb seine Verwendung in Lebensmitteln begrenzt ist. In üblichen Mengen als Aroma ist er unproblematisch.Cumarinhaltig, als Aroma nur begrenzt erlaubt.

Wie viel Cumarin ist zu viel?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt einen tolerierbaren Tageswert von 0,1 Milligramm Cumarin je Kilogramm Körpergewicht. Für einen Erwachsenen von 60 Kilogramm sind das etwa 6 Milligramm pro Tag, für ein Kind von 15 Kilogramm entsprechend nur rund 1,5 Milligramm. Genau deshalb erreichen Kinder den Wert schneller, wenn sie viele Cassia-Zimtsterne essen.

Wichtig ist die Einordnung: Dieser Wert ist als Menge gedacht, die man täglich ein Leben lang ohne Bedenken aufnehmen kann. Ihn an einzelnen Tagen zu überschreiten, etwa in der Adventszeit, ist kein Grund zur Sorge. Die EU begrenzt den Cumaringehalt in bestimmten Lebensmitteln wie zimthaltigem Feingebäck außerdem gesetzlich.

Ist Cumarin gefährlich?

In den Mengen, die beim normalen Würzen anfallen, nicht. In sehr hohen Mengen kann Cumarin bei besonders empfindlichen Menschen vorübergehend die Leber belasten. Diese Wirkung bildet sich in aller Regel zurück, wenn die Zufuhr sinkt. Ein Zimtstern oder eine Tasse Glühwein sind also unbedenklich. Wer aber täglich reichlich Cassia-Zimt zu sich nimmt, etwa als tägliche Portion im Müsli oder als hochdosiertes Zimtpräparat, sollte umsteigen oder zurückschrauben.

Allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen ist die ärztliche Einschätzung maßgeblich.

Wie hältst du deine Cumarinaufnahme niedrig?

  • Ceylon statt Cassia. Der einfachste Hebel. Echter Ceylon-Zimt enthält nur Spuren Cumarin und lässt sich fast überall einsetzen.
  • Beim Backen umsteigen. Wenn du viel und oft mit Zimt backst, lohnt sich Ceylon besonders.
  • Bei Kindern aufpassen. Kinder erreichen den Richtwert bezogen auf ihr Gewicht schneller, hier ist Ceylon die klügere Wahl.
  • Hochdosierte Zimtpräparate meiden. Kapseln mit Zimtextrakt können viel Cumarin enthalten. Als Gewürz brauchst du sie nicht.

Woran du echten Ceylon-Zimt erkennst und wie sich die beiden Arten geschmacklich unterscheiden, liest du im Vergleich Ceylon oder Cassia.

Zum Mitnehmen

  1. Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der vor allem in Cassia-Zimt steckt, kaum in Ceylon.
  2. Der Richtwert des BfR liegt bei 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Kinder erreichen ihn schneller.
  3. Einzelne Tage mit mehr Zimt sind unbedenklich. Problematisch wird nur täglich viel Cassia.
  4. Ceylon statt Cassia ist der einfachste Weg, die Aufnahme niedrig zu halten.

Häufige Fragen

Ist Cumarin ein Blutverdünner?

Nein. Das natürliche Cumarin aus Zimt ist kein Blutverdünner. Die als Cumarine bekannten Medikamente sind chemisch verwandte, aber eigens hergestellte Wirkstoffe und haben mit dem Aromastoff im Zimt nichts zu tun.

Muss ich mir bei Zimtsternen Sorgen machen?

Bei gelegentlichem Genuss nicht. Der Richtwert bezieht sich auf die tägliche Menge über lange Zeit. In der Adventszeit ein paar Zimtsterne zu essen ist unbedenklich, vor allem mit Ceylon-Zimt gebacken.

Enthält Ceylon-Zimt Cumarin?

Nur in sehr geringen Spuren. Deshalb ist Ceylon für täglichen oder reichlichen Gebrauch die bessere Wahl als Cassia.

Wie viel Cumarin darf ein Kind aufnehmen?

Der Richtwert liegt bei 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Für ein Kind von 15 Kilogramm sind das rund 1,5 Milligramm. Mit Ceylon-Zimt gebackene Süßigkeiten helfen, darunter zu bleiben.

Weiterlesen

  • Ceylon oder CassiaDie beiden Zimtarten erkennen, unterscheiden und richtig einsetzen.
  • Zimt WarenkundeHerkunft, Sorten und Verwendung von Zimt in der Küche.
  • Gewürz LexikonAlle Warenkunden zu Gewürzen, Salzen und Mischungen im Überblick.
Quellen und Stand

Redaktionsstand August 2026. Angaben zu Cumarin und dem tolerierbaren Tageswert nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Hinweise zu gesetzlichen Höchstmengen nach den EU-Vorgaben für Aromastoffe. Allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Produktpreise Stand 25.08.2026.

Lächelnde Frau im weißen T-Shirt mit erhobenen Armen